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  • 3 Udo Jürgens Konzert
    Peter Alberto mit Andrea Herzig und Marc Charro beim großen "Udo Jürgens Konzert
  • 4 Weihnachten
    Auch Weihnachten bin ich bei vielen Veranstaltungen ein willkommener Künstler.
  • 5 Karneval
    Im Karneval trete ich auf vielen Veranstaltungen auf.
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Biografie

Singen als Selbsttherapie ein Portrait

               Ein lauschiger Juliabend 2013 auf der Ostsee: Peter Alberto  aus Großwechsungen (Kreis Nordhausen) greift gegen Ende der Party an Bord der MS Artania , bekannt aus der Serie       " Verrückt nach Meer " zum Mikrofon und singt, unterstützt von der Band des beliebten Kreuzfahrtschiffes, ein Lied für seine Frau, die an diesem Tag Geburtstag hat. Er singt den Sinatra-Song „My Way“. seine Frauist tief gerührt – wie auch die anderen Passagiere an Bord. Nach der gelungenen Interpretation legt Peter Alberto Kaiser noch den Udo-Jürgens-Titel „Griechischer Wein“ nach. Die Leute sind begeistert. Der Musiker aus Nordthüringen genießt die Zustimmung, vor allem aber, dass es ihm ganz gut geht, er gerade keine Schmerzen hat. Denn Peter Alberto sitzt überwiegend im Rollstuhl. Er leidet unter dem Post-Polio-Syndrom als Folgeerscheinung einer Kinderlähmung in ganz jungen Jahren.

Das Ehepaar hatte die Kreuzfahrt – eine Leserreise der Mediengruppe Thüringen –, gebucht, um sich zu erholen. Peter Alberto wollte vor allem neue Lebenskraft „tanken“, nachdem eine längere Reha kurz vor der Reise seinen Gesundheitszustand etwas verbessert hatte. Die Jahre davor waren ein „Horror an Schmerzen“ gewesen. Ende der 90er Jahre spürte der gebürtige Hesse plötzlich zunehmend Muskelschmerzen und -schwäche. Erst nach einiger Zeit stellte sich heraus, dass das die Folgen der Kinderlähmung waren, an der der Sänger  im Alter von vier Jahren erkrankt war. Damals schaffte er es, die Krankheit zu überwinden, er trieb viel Sport.

Doch die Beanspruchungen der Muskulatur holten den gelernten Orthopädietechniker in den zweiten Lebenshälfte ein: Post-Polio-Syndrom. Zunächst kam Peter  – damals Mitte 50 – mit Gehstützen aus, doch Anfang des neuen Jahrtausends wurden Muskelschwäche und Schmerzen immer schlimmer. Ohne Gehhilfen ging es gar nicht mehr, 2006 musste ein Rollstuhl her. Da lebte der gebürtige Mannheimer bereits in Großwechsungen nahe Nordhausen.

Wegen seiner Erkrankung ist Peter Alberto  bereits seit Mitte der 90er Jahre verrentet. Mit Singen, mit eigener Musik, versuchte er schon früh, gegen die Schmerzen anzukämpfen, sich davon abzulenken. Die Musik hatte den Mann schon in seiner Jugend gepackt. Doch damals, als seine Kumpel und Freunde vor allem für die angesagten Beatles und Stones schwärmten, zog es Alberto zur Operette. Weil er Talent hatte, bekam er sogar mal ein Gesangsstipendium, freundete sich mit der Welt der Operette an, interpretierte Schubert-Lieder.

Mitte der 60er Jahre wurde er auf Udo Jürgens aufmerksam – und nach seinem ersten Udo-Live-Konzert ein ganz großer Udo-Jürgens-Fan, der sich aber nicht nur von dessen Musik begeistern ließ, sondern auch dessen Schlager beherzt interpretierte. In einer Band machte Peter Alberto dann in den 70er Jahren nebenbei Tanzmusik. Mandola, Mandoline, Klavier und inzwischen auch ein bisschen Keyboard – die Musik bestimmte zunehmend Peter,s  Alltag.

Vor Schmerzen fast schon aufgegeben

Lange Zeit arbeitete er noch  als mobiler Discjockey. Als dann mit dem Post-Polio-Syndrom die Schmerzen schlimmer und körperlichen Einschränkungen gravierender wurden, verkaufte er resigniert sein Musik-Equipment. Schmerzpsychosen, Tabletten, Behandlungen folgten – und keine Linderung in Sicht. Da war Alberto auf dem seelischen Tiefpunkt: „Niemand konnte mir helfen.“

Doch bei der Reha im Frühjahr 2013 in Bad Soden-Allendorf hatten die Physiotherapeuten Glück, konnten ihm Linderung verschaffen, Hoffnung machen. Es ging besser, der Tablettenkonsum konnte verringert werden. Deshalb dann auch im Sommer 2013 die Leserreise, die Kreuzfahrt zu den „Perlen der Ostsee“ auf der MS Artania. Peter blühte richtig auf. Noch im Herbst setzte er seine Reha-Behandlungen fort – mit Erfolg.

Und plötzlich war da wieder die Liebe zur Musik, der Spaß am Singen, am Interpretieren. Fast jeden Tag setzt sich der heute 69-Jährige in seinem Arbeitszimmer an den Computer, probiert sich mit Keyboard, Mikrofon und Soundtechnik aus. Besonders die Udo-Jürgens-Lieder haben es dem Wahl-Thüringer angetan, aber auch Songs anderer Interpreten, auch französische Chansons. Mittlerweile hat sich Peter Alberto – so seine Vornamen, die aber schon seit Jahren seinen Künstlernamen bilden – ein umfangreiches Repertoire erarbeitet. Der Sänger  ist schon bei verschiedenen Anlässen aufgetreten – oder besser: im Rollstuhl beherzt aufgefahren, hat für Stimmung gesorgt, das Publikum begeistert.

Das Singen ist für Peter Alberto eine Selbsttherapie gegen seine Krankheit: „Ich möchte den Leuten zeigen: ,Hallo, hier ist noch Leben da‘.“ Und er möchte anderen Menschen, die vielleicht in vergleichbaren gesundheitlichen Lagen sind, Mut machen. Deshalb tritt ´P.Alberto auch bei Benefizveranstaltungen oder ausgewählten Veranstaltungen, so auch in  Behindertenvereinen, auf. Seinen Lebensunterhalt muss er mit seiner Musik nicht bestreiten, freut sich aber, wenn die Spesen hereinkommen und vielleicht noch eine kleine Gage übrig bleibt.

Auszug aus einem Bericht der TLZ  vom 29.Oktober 2015

von Dieter Lücke  - Reiseleiter und Autor

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Peter Alberto ist am 12.05.2018 von uns gegangen.
Ruhe in Frieden
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© by 2019. Peter Alberto - Künstler und Sänger Webmaster - Charly Meyer - https://www.djcharly39.de


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